Schauspiel für sieben Personen
(drei Männer, vier Frauen)
Uraufführung: 22.3.2019 in Innichen/Südtirol
Pustertaler Theatergemeinschaft
Regie: Alfred Meschnigg
Frei zur Deutschen Erstaufführung
Kontakt: post@burkhard-wetekam.de
Eine alte Geschichte
mit neuem Inhalt
Wir erkaufen heute die erstaunlichen Möglichkeiten der Medizin mit einem wachsenden Herrschaftsanspruch über die biologische Substanz, die wir noch immer Natur nennen. Welche Geschichten werden die Designerbabys der Zukunft zu erzählen haben? EINE ART BRUDER versucht, ein uraltes Erzählmuster und eine Frage aus der Welt von heute zusammenzuführen.




Zum Inhalt
1983 wurde für den vierjährigen Erik ein Kind gezeugt, das durch
eine Knochenmarkstransplantation Eriks Leben retten sollte.
Das Verfahren war verboten – eine Leihmutter trug das Kind aus, irgendwo im Ausland. Paul kam gesund auf die Welt und musste nun als Stammzellen-Spender dienen; später wurde er zur Adoption freigegeben.
Als Erwachsener folgt Paul seinen eigenen Spuren und
findet schließlich seinen Bruder … oder eine „Art Bruder“.
Wie gehen die beiden mit dieser Begegnung um? Was ist, wenn Paul Ansprüche stellt – er hat schließlich das Leben des anderen gerettet, ohne dass er gefragt wurde.
Der Mensch ist ohne Zweck
Brudergeschichten (und auch die selteneren Schwestergeschichten) haben mich immer interessiert. Brüder sind biologisch und sozial aufs Engste miteinander verstrickt, sie können zu besten Freunden werden, aber auch zu erbitterten Gegnern.
Wenn ein Bruder auf die Welt kommt, weil er den anderen von einer Krankheit heilen soll, dann muss er eine große Tat vollbringen, ohne gefragt zu werden. Ihm wird etwas vorenthalten: das Recht auf eine zweckfreie Existenz, Liebe ohne Bedingungen, die Chance, bei Null anzufangen.