Als Kind empfand ich das Schreiben als Qual, vor allem das „kreative Schreiben“. Es kam mir so vor, als müsste ich in dichtem Nebel einen Weg finden, den es vielleicht gar nicht gab.

Warum dann das Verfassen von Texten, journalistischen wie literarischen, dennoch zu einer meiner Hauptbeschäftigungen geworden ist, erscheint mir manchmal rätselhaft. Es hat vielleicht etwas mit dem Wunsch zu tun, Barrieren zu überwinden und Welten zu erschließen, die fremd und unbekannt erscheinen.

Literarische Texte zu verfassen, ist – rational betrachtet – eine unsinnige Beschäftigung: Sie bringt den meisten Autoren wenig ein, die Texte haben keinen unmittelbaren Nutzen und werden am Ende die Welt auch nicht retten.

Schreiben ist einigermaßen anstregend, gelegentlich aufreibend. Aber dieses sonderbare und magische Erlebnis, am Ende eines langen Tages oder einer halben Nacht eine überraschende Begegnung, ein kerniges Handgemenge, eine berührende Landschaft oder eine präzise Pointe in Worte gefasst zu haben, ist auch einzigartig.

Vielleicht geht es ja darum, die selbst geschaffenen Figuren genussvoll in Unglücksfälle zu stürzen, die man selbst nie erleben möchte. In diesem Sinne ist Schreiben ein teuflisches Vergnügen.

Ein paar technische Daten: Studium Germanistik und Schulmusik, zweites Staatsexamen als Gymnasiallehrer, mehrjährige journalistische Tätigkeit für DIE ZEIT, den Deutschlandfunk und andere Medien, freischaffender Redakteur, Projektentwickler, Hörspiel- und Romanautor.